Kunst & Reisen im Forsthaus Fischbach 

Das Forsthaus liegt als »Insel« im Saarkohlewald. Seit 2003 darf es als Wohngebäude genutzt werden. Bis 2001 diente das Gebäude als Forstamt, bis 1992 wohnte dort die Familie des Oberförsters.

Seit 2003 wird das denkmalgeschützte Anwesen behutsam von Norbert Lüdtke & Sonja Roschy renoviert. Unterstützt wird das Projekt vom gemeinnützigen Forsthaus Fischbach e.V.

Norbert Lüdtke hütet das Archiv zur Geschichte des Individuellen Reisens AGIR.

Die Königlich Preußische Oberförsterei 

… wurde 1877/78 nach dem Bau der Grube Camphausen 1871 und vor dem Bau der Fischbachbahn 1879 in den »Dörrhassler Gewannen« errichtet. Mit der Grube Camphausen und dem Herrenhaus der Alten Schmelze (heutiger Standort der Katholischen Pfarrkirche St. Josef) spannte sich damals ein Dreieck über dem Fischbachtal auf, das auf erhöhten Standorten durch Sichtachsen verbunden war. Diese Lage betonte die hoheitlichen und die wirtschaftlichen Aufgaben des Forstamtes.

Wesentlicher Zweck war ursprünglich die Repräsentation in Vorzimmer und Salon; im Nebengebäude war eine Kutsche untergestellt, im Obergeschoß gab es eine »Mädchenkammer«. Für Verwaltungsaufgaben wurden 1912 Amtszimmer, Geschäftszimmer sowie zwei Fremdenzimmer angebaut.

Zur Bewirtschaftung diente das »Oeconomiegebäude« mit Pferde-, Kuh- und Hühnerstall sowie Heuboden, zuletzt auch einer Kühlkammer für Wild. Zur Selbstversorgung dienten neben einer Quelle und dem gemauerten Backofen im Keller zunächst der Garten und später auch eine Streuobstwiese mit rund 300 Obstbäumen um 1960.

Das Forstamt bestand seit 1750 (vor 1878 in Holz) und verwaltete rund 4700 ha im Saarkohlenwald. Holz wurde in erster Linie zum Betreiben der Eisen- und Glashütten und zum Untertageabbau von Kohle geschlagen. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verdreifachte sich die Bevölkerung Fischbachs und nutzte Holz und Wald auch für Siedlungszwecke.

Quellen

Gabriele Adam      Fisch + Bach = Fischbach. Quierschieder Hefte 10 (1989) 16 ff

Gabriele Adam      Das Forstamt Fischbach. [Seite 109-110]

Heidi Kügler           Die ehemalige Eisenschmelze Fischbach/Saar (1728-1866). Saarländische Baudenkmäler V. Verlag Die Mitte Saarbrücken 1999

Rainer Müller       Quierschied Saar, Fischbach und Göttelborn in alten Ansichten. Band 2. Europäische Bibliothek. Zaltbommel/Niederlande [Foto Forsthaus 1919]

A. Ruppersberg       Geschichte der Gemeinde und Bürgermeisterei Dudweiler. 1923. Nachdr. 1980 [S. 178-186]

Herbert Schuler  Fischbach 1728 bis 1978. Quierschied 1978 [S. 180, 302-310]

A.N. Wagner            Chronik zur Waldgeschichte des Saarländischen Raumes von der Eiszeit bis heute. Saarbrücken 1998, Hrsg.: Bund Deutscher Forstleute. Landesverband Saarland [S. 57]

NN                                Quierschied. Einst und heute. Ein Spaziergang in Bildern durch Quierschied, Fischbach-Camphausen und Göttelborn. 1988. [S. 16: Foto 1895/1910, S. 28: Foto 1897]

NN (Privatbesitz)       Hausbuch und Bauzeichnungen

NN (Privatbesitz)       Foto: Ansicht von der Rußhütter Straße 1887

Saarbrücker Zeitung  [16.01.2007]      Das Abenteuer beginnt im Kopf.
[30.12.2003]      Zwei Globetrotter werden sesshaft.
[24.04.2002]      Keiner will die fremden Hunde.
[24.01.2002]      Was wird aus dem alten Forsthaus?
[05.05.1999]      Reform geplant: Das Forstamt Fischbach soll bald aufgelöst werden.
[29.10.1993]      Neue Chance für historisches Forstamt?

 

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